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„Eine Million Araber sind nicht so viel wert wie der Fingernagel eines einzigen Juden.“ - Der Fall Baruch Goldstein Am 25. Februar 1994 verübte der Arzt und Familienvater Baruch Goldstein eines der folgenschwersten Attentate in der Geschichte Israels. • Der Anschlag: Während des jüdischen Purim-Festes betrat er bewaffnet mit einem Sturmgewehr, in einer israelischen Militäruniform und mit einem Judenstern an der Brust die muslimische Seite der „Höhle Machpela“ (der Grabstätte von Abraham, Isaak und Jakob). • Der theologische Kontext: Während die Muslime den Fastenmonat Ramadan begingen, wurde Purim gefeiert. Das Fest erinnert an den Sieg über den Widersacher Haman, der als Wiederkehr „Amaleks“ gilt – des biblischen Erzfeindes der Juden, den es laut dieser Auslegung zu vernichten gilt. • Goldstein feuerte wahllos in die Menge der betenden Muslime, tötete 29 Menschen und verletzte 150 weitere. • Er konnte erst gestoppt werden, als seine Waffe eine Ladehemmung hatte und er von Überlebenden mit einem Feuerlöscher überwältigt und erschlagen wurde. • Weil das Wachpersonal ausschließlich auf arabische Angriffe auf Juden eingestellt war und Goldstein eine Militäruniform trug, schöpfte es keinen Verdacht, als er das Gebäude betrat. • Zahlreiche verletzte Palästinenser gaben später an, dass israelische Soldaten im Fluchtbereich aus Panik oder Verwirrung in die fliehende Menge geschossen hätten. 📍 Hintergrund, Ideologie und die drei Tatmotive • Goldstein wurde am 9. Dezember 1956 in Brooklyn, New York geboren und wuchs in einer streng orthodox-jüdischen Familie auf. Er studierte Medizin am Albert Einstein College of Medicine in New York. • Die Ideologie: Nach seiner Auswanderung nach Israel schloss er sich der rechtsextremen, rassistischen Kach-Bewegung des radikalen Rabbiners Meir Kahane an. Im besetzten Westjordanland wurde er Militärarzt. • Nach dieser Ideologie müsse das jüdische Volk Gewalt und Rache an Nichtjuden anwenden, um die religiöse Erlösung herbeizuführen. Ein Kernzitat der Bewegung lautet: „Eine Faust im Gesicht eines Nichtjuden ist Kiddush Ha-Shem (ein Lobpreis Gottes).“ • Die konkreten Auslöser: Neben der Ideologie trieben ihn zwei weitere Faktoren zur Tat. Zum einen das Oslo-Abkommen (1993), das eine Rückgabe besetzter Gebiete vorsah und für Kahane-Anhänger eine religiöse Katastrophe darstellte. Zum anderen hatte Goldstein durch Anschläge von Palästinensern kurz zuvor zwei enge Freunde verloren. Er wollte mit dem Massaker den Friedensprozess gewaltsam stoppen. 💬 Das schockierende Nachspiel und der Kult um sein Grab Das Attentat löste weltweit Entsetzen aus, stieß jedoch in radikalen Siedlerkreisen auf offene Bewunderung. Bis heute sinnbildlich für den Fanatismus dieser Gruppierung steht das berüchtigte Zitat von Rabbi Yaacov Perrin, das dieser bei Goldsteins Beerdigung vor den Trauernden ausrief: „Eine Million Araber sind nicht so viel wert wie der Fingernagel eines einzigen Juden.“ 🔊 Reaktionen radikaler Unterstützer: • Der Jerusalemer Lehrer Shmuel Hacohen, der ebenfalls ein US-Einwanderer und Anhänger der Kahane-Ideologie war, erklärte Goldstein öffentlich zum „größten lebenden Juden, nicht nur in einer Hinsicht, sondern in jeder Hinsicht.“ Für ihn gäbe es keine unschuldigen Araber und es sei „notwendig, noch viel mehr zu töten.“ • Rabbi Dov Lior, der als einer der einflussreichsten religiösen Führer des radikalen Siedlerflügels gilt und Oberrabbiner von Hebron und der Siedlung Kirjat Arba war, ging bei den Trauerfeiern sogar noch weiter und verkündete, Goldstein sei „heiliger als alle Märtyrer des Holocausts“. Die Kach-Partei wurde nach dem Massaker von der israelischen Regierung offiziell verboten und als Terrororganisation eingestuft. Dennoch entwickelte sich das Grab des Attentäters über die Jahre zu einer Pilgerstätte für rechtsextreme Juden, die ihn unterstützen, wobei direkt neben seiner Grabstätte ein Schrein zu seinem Gedenken errichtet wurde. Quellen: Wikipedia Deutschlandfunk, 25.02.2019 International Herald Tribune, 28.02.1994 New York Times, 09.03.1994
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